Update: Hunde Kirburg

Als wir die Information zu den Hunden in Kirburg erhielten (wir berichteten), sahen wir es als selbstverständlich, hier umgehend nach unseren Möglichkeiten zu helfen.  Insbesondere, weil Frau Bokr bereits im Januar 2014 öffentlich um Hilfe bat und anscheinend niemand darauf einging.

Nach einem Anruf eines Tierfreundes, der vor Ort die Situation in Augenschein nahm und mitteilte, dass Hunde in einem Schrottwagen sitzen und Frau Bokr ihm mitteilte, dass sie ihr Handy am Auto läd, es anscheinend weder Strom noch Wasser gäbe und es kranke und verletzte Hunde gab, sprach ich mit Frau Bokr und bot Hilfe bei der Beschaffung von Spenden an. Wir luden unseren Wagen voll Hundefutter, besorgten unterwegs weiteres Futter und fuhren los.
Nachdem wir auf Frau Bokr warteten, da sie unterwegs war, kam sie an mit einem lebenden Schaf im Kofferraum und im Wagen saßen weitere Hunde…. Als wir verständlicherweise fragten, warum da ein Schaf im Auto hockt, bekamen wir zur Antwort, dass sie beim Metzger Hundefutter holen wollte und das Schaf angeboten bekam….

Wir luden die Spenden aus und fast alle unsere Fragen wurden beantwortet. Einige Hunde wurden aus dem kleinen Haus gelassen. Sie hatten starken Durchfall, teils mit Blut und Frau Bokr teilte mit, dass 2 Hunde auch Räude haben. Alle liefen in einer Gruppe zusammen.  Als wir Frau Bokr baten die kranken Hunde irgendwie zu separieren, teilte sie mit, dass das nicht ginge weil im größeren Haus kein Wasser und Heizung sei. Wie wichtig die Trennung der kranken Hunde von den gesunden sei, konnten wir offensichtlich nicht wirklich verdeutlichen.
Frau Bokr teile uns des Weiteren mit, dass ihr Freund, ein großes Haus mit großem eingezäunten Grundstück in Hamburg gekauft hat und sie in Kürze mit den Hunden (und dem Schaf im Kofferraum) nach Hamburg ziehe….

Nachdem wir den Aufruf tätigten, nahmen viele Menschen teil am Schicksal der Hunde. Cujo hatte eine offene Pfote die nicht zuheilen wollte. Als wir dort waren, stand er mit dem verletzten Beim im Matsch. Ronja und Chris, die beiden abgemagerten Räudehunde und dazu noch mit blutigem Durchfall…. all das saß ziemlich tief. Irgendwie musste geholfen werden.
Ich versuchte schnellstmöglich Termine zu vereinbaren mit unserer Tierärztin, die jedoch übers Wochenende auf Schulung in Hannover war, konnte allerdings die Situation kurz klären mit ihr.

Es konnten über 1000 Kilo Futter zusammengetragen werden!
Der Informant bot über seine Firma 300 Euro an als hälftige Beteiligung für Cujos OP Kosten, Weitere Spenden gingen ein für Tierarztkosten und/oder Futter. Eine Auflistung gaben wir öffentlich bekannt. 1861 Euro.

Hiervon wurde Cujo behandelt und die beiden Räudehunde, es wurde uns des Weiteren mitgeteilt, dass noch 5 Hunde kastriert werden müssten, offensichtlich sind es aber noch 3. Wir haben absolut keinen Cent an Benzin berechnet für die etlichen Fahrten um Futter zu beschaffen.
Frau Bokr sandte uns schließlich noch unbeglichene Rechnungen die zum Teil über ein jahr alt waren, zum Teil einige von einem uns unbekannten Herren aus Hamburg mit der Bitte um Begleichung. Diese Rechnungen staffelten sich in Höhe von 2.777 Euro!
Eine Firma meldete sich und bot an, die Wasserinstallation im Haus zu erledigen. Nach einem Gespräch mit Frau Bokr sollte diese Firma wohl ein Bad machen…

Wir teilten Frau Bokr mit, dass wir diese an uns gesendeten  Rechnungen nicht begleichen können, da wir mit dem gesammelten Geld laut Aufruf, dieses für die Hunde verwenden MÜSSEN, denen geholfen werden muss. Diese Geldspenden sind zweckgebunden und auch so zu behandeln. Auch dem unterstützenden Verein, teilten wir dies mit, aber wurde offensichtlich nicht verstanden.

Etwa 2 Wochen nach unserem Aufruf, erhielten wir von einigen Menschen aus der näheren Umgebung von Frau Bokr Anrufe. Frau Bokr holte bei den Leuten gesammelte Spenden ab und soll gesagt haben: Jetzt habt ihr auch noch so einen Scheiß (Futter). Ich brauche das nicht, ich verdiene 1700 Euro und Koche für die Hunde. Das was der Verein geschrieben hat stimmt nicht und ich brauche keine Hilfe!

(Nach eben geführtem Gespräch mit Frau Bokr, äußerte sie , dass es ihr unangenehm war, Spenden entgegen zu nehmen.)

Als wir Frau Bokr mit den Äußerungen konfrontieren wollten, hatte sie Probleme mit dem Handy.

Wir waren froh und erleichtert als wir lasen, dass sich ein weiterer Verein für die Vermittlung von Hunden einsetzt. So konnte letztlich noch diese letzte Baustelle abgearbeitet werden…. dachten wir.
Wir wurden schließlich von diesem Verein aufgefordert, die gesammelten Geldspenden an Frau Bokr zu übergeben oder an den Verein zu überweisen. Eine kurze Recherche hierzu reichte, um festzustellen, dass der Verein bereits längere Zeit auf die Eintragung ins Vereinsregister wartet, warum auch immer und keine Kontoverbindung auf ein Vereinskonto stellen kann. Ob die Gemeinnützigkeit vorhanden ist, lässt sich nicht feststellen. Von den fehlenden und gesetzlich vorgeschriebenen Inhalten eines Impressums ganz zu schweigen.  Fragen wir uns, wie das Paypalkonto verknüpft ist, denn hierzu muss eine Verknüpfung zu einem Konto angegeben werden. Nach Rücksprache mit dem Finanzamt und dem Satz: Machen Sie das auf keinen Fall!, lehnten wir verständlicherweise die Aushändigung der an uns getätigten Spenden an den Verein und an Frau Bokr ab.
Mit unserer Tierärztin sprachen wir über den Gebrauch und Verbrauch der Spendengelder, damit diese ausschließlich den Hunden zukommen muss und fanden eine annehmbare Lösung.

Wir sehen uns gezwungen, diese Informationen an die Öffentlichkeit zu geben, da wir mittlerweile des Spendenbetrugs bezichtigt werden. Wir möchten hiermit allen Lesern freistellen, sich hierüber eine Meinung zu bilden.

Hinzukommend Äußerungen einer stellv. Vorsitzenden eines im Kreis AK ansässigen Tierschutzvereins, wir würden den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen. Hier müssen wir einmal offen mitteilen, dass nicht WIR seit 30 oder mehr Jahren für ein Tierheim sammeln und auch nicht in der Lage sind Wertpapiere anzulegen….
WIR finanzieren unseren Schutzhof aus privaten Mitteln.

Wer zieht den Leuten nun das Geld aus der Tasche?

Wir haben uns mittlerweile zwei mal einer Prüfung durch das Finanzamt unterzogen. Sämtliche Kontobewegungen, Eingänge und  Ausgänge wurden geprüft und es wurde festgestellt, dass wir satzungsgemäß arbeiten und jeder Cent den Tieren zugute kommt,
Wer unsere Jahrbücher sieht und vergleicht den Spendeneingang auf unserer Dankeseite, wird unschwer erkennen, dass wir all die Kosten, die zum Beispiel durch Pflegetiere entstehen, definitiv nicht durch Spenden gedeckt bekommen.
Wer annimmt, dass wir uns bereichern, den laden wir ganz herzlich ein unseren Tagesablauf für eine Weile  zu begleiten, mitzuhelfen bei der Futterbeschaffung, zu sehen, dass wir nicht in einer Tierschutzvilla leben, auf alles verzichten was für andere selbstverständlich ist und mit einem zünftigen in-die-Hände-gespuckt, uns bei der Arbeit zu unterstützen.
Wir versichern, dass die übriggebliebenen Spenden, nach der Kastration der Hunde, auch den Hunden zugute kommt und nicht an einen Fremdverein oder direkt an Frau Bokr ausgezahlt wird.

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Nachdem obenstehender Text veröffentlicht wurde teilte sich uns Frau Bokr mit.
Wir möchten erwähnen, dass die Hunde in Kirburg weiterhin Unterstützung benötigen  und bitten trotz allem, die Hunde nicht im Stich zu lassen.

Tierschutz und Tierhilfe im Kreis Altenkirchen/Westerwald