Hintergrund

Wir wurden oft gefragt, ob die Gründung eines Tierschutzvereins einen besonderen Hintergrund hat.
Ja, das hat er! Sogar mehrere!
Nachfolgend möchten wir erklären, was uns zu diesem Schritt veranlasste.

Bereits seit vielen Jahren begleiten uns Tiere, die wir alle aus aus ihrer Not heraus aufnahmen.
Anfang 2012 mieteten wir eine Wohnung im Elternhaus einer damaligen Tierschutzkollegin, die einen Tierhof betreibt. Zuvor waren wir geraume Zeit für einen Tierschutzverein tätig und leiteten dort die Katzenauffangstation. Wir beendeten schließlich die Zusammenarbeit.

Dass wir am neuen Wohnort schon bald mit heftigem Tierleid konfrontiert werden sollten, ahnten wir damals noch nicht wirklich.

Neben etlichen Streunerkatzen, befand sich auch ein Stall am Haus, in welchem zwei alte Ponys ein trauriges Dasein fristeten. Sie gehörten der „Tierschutzkollegin“.
Was gibt es schlimmeres als 24h Boxenhaltung… tagein, tagaus im eigenen Mist stehen und gegen Wände starren…?

Die Streunerkatzen, die sich schon über Jahre hinweg vermehrt hatten, aber nur einzelne Jungtiere überlebten, waren größtenteils krank mit verklebten Augen und Entzündungen. Diejenigen die es nicht geschafft haben, verstarben schon früh an Seuche, FIP und Schnupfen… Ein Bild des Jammers! Seit Jahren versuchten schon verschiedene  Tierfreunde der Situation Herr zu werden….
Die Tierärzte die von diesem Leid wussten, schüttelten nur noch den Kopf….

Doch als ob nicht schon genug Elend am Hof war, kam noch hinzu, dass durch die ehemalige „Tierschutzkollegin“ weitere Katzen an den Hof verbracht wurden und werden; scheu, krank, unkastriert. Das erbärmliche an dieser Situation ist, dass sie Pflegestelle eines alteingesessenen Tierschutzvereins aus dem Kreis Altenkirchen für scheue Katzen ist, die auf ihrem eigenen Hof leben (sollten!). Offensichtlich sind etliche davon hier gelandet. Nachbarn bestätigten uns die Aussetzungen. Selbst heute noch, tauchen permanent weitere scheue, kranke und unkastrierte Tiere auf…

Die damalige Halterin der Ponys stellte den beiden alten Knaben morgens und abends einen Eimer Futter und Wasser in die Box. Das wars…. Wenige Minuten am Tag ein „Highlight“, bis wir die Fütterung übernehmen durften.
Wir verbrachten viel Zeit bei den beiden, misteten die Boxen aus, reparierten das Stalldach durch welches es scheinbar schon lange herein regnete, befreiten die beiden armen Seelchen von alten kotverklebten Fellzipfeln und hartgetrockneten Kotplatten. Die Schnabelschuhe übertrafen jedoch alles bisherige….

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Schon lange, hatten die beiden keinen Hufschmied mehr gesehen. Mehrfach machten wir darauf aufmerksam, dass die Hufe dringend gemacht werden müssen, da der arme Woody schon große Probleme mit einem Schiefstand hatte. Man vertröstete darauf, dass es zu warm sei, denn für die Hufpflege müsse eines der Ponys sediert werden, was bei der „Witterung“ nicht ganz ungefährlich sei…. und damit war das Thema durch.

Nachdem Seitens der Halterin bezüglich Hufpflege keine Reaktion erfolgte, bestellten wir den Hufschmied und siehe da, die beiden standen (ohne Sedierung!!!) wie eine eins, als ob sie wussten, dass ihnen nun geholfen wurde.

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woody_henryKurzerhand baute Gerhard einen Zaun zur angrenzenden Weide, da sie dort nicht hin durften und trennte die Hälfte des Gartens ab. Diese konnten die beiden nun nutzen. Somit hatten sie zumindest ein wenig Bewegung.

Drei Tage nach der Hufpflege flitzte der alte Woody im (Schweins)Galopp durch den Garten und wälzte sich im Gras. Es war eine Freude das zu sehen.

Zwischenzeitlich, nahmen wir bereits wenige Wochen nach unserem Umzug noch 2 junge Ziegenböckchen auf. Auch diese kamen von der Ponybesitzerin. Ein ehemaliger Hühnerstall konnte zum Ziegenhaus umfunktioniert und ein Freilauf abgetrennt werden. Juli und Frido zogen Mitte März bei uns ein. Wir zogen sie noch etwa 3 Wochen mit der Flasche, bis sie selbstständig  futterten.

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Und die Katzen?
Die unkastrierten Katzen konnten wir einfangen. Sie erhielten eine medizinische Versorgung, wurden kastriert und wieder in ihre gewohnte Umgebung auf den Hof gebracht.

Einige der Wildlinge:

   

Unsere Unternehmungen bezüglich des  Tierelends sprach sich rasch herum und kurze Zeit später häuften sich die Tierschutzmeldungen die uns erreichten. Der für die Verbandsgemeinden zuständige und für Tierschutzarbeit bezahlte Tierschutzverein, sieht seit Jahren nur selten Handlungsbedarf und wie dessen  Umgang mit Tieren, so ist er leider auch mit Menschen.

Fundkatzen, Missstände in Tierhaltung, abzugebende  Tiere…. Es nahm, und nimmt bis heute kein kein Ende mehr….

(Lesen Sie hier mehr zum Thema Katzenelend im Kreis Altenkirchen)

Für uns stand wieder einmal mehr fest, dass auch von so manchem so genanntem Tierschützer der Begriff TierSCHUTZ nicht wirklich ernst genommen wird. Denn TierSCHUTZ bedeutet auch, die Tiere vor Leid zu SCHÜTZEN!

Mit diesen Themen als traurigem und erschreckendem Hintergrund, rückte das Thema Tierschutzverein immer näher an uns heran, zumal uns auch langsam aber sicher die finanziellen Mittel ausgingen, um als Privatpersonen alle Kosten weiterhin tragen zu können. Die Streunerchen am Hof hatten permanent hunger und mittlerweile trugen wir auch für die Ponys die vollen Futter- und Versorgungskosten, da irgendwann kein Futter für die beiden mehr gestellt wurde.

Erst ein dreiviertel Jahr später „rückte“ man einen Übernahmevertrag der Ponys und Ziegen heraus. Aber was wollten wir erwarten? Verständnis für die Tiere? Es waren vor einigen Jahren bereits 3 Hunde elendig auf dem Grundstück in einem Zwinger verhungert, wie wir irgendwann durch Nachbarn erfuhren.

Im September 2012 war es soweit. Die Gründung eines Tierschutzvereins mit Hauptschwerpunkt auf regionaler, aber auch überregionaler Tätigkeit wurde vollzogen.
Wir sind leider „nur“ wenige aktive, die alles daran setzen, das Leid der Tiere hier im Umkreis zu bekämpfen und benötigen wesentlich mehr aktive Helfer.
Wir hoffen durch Aufklärung noch mehr Menschen auf die Situationen der Tiere aufmerksam zu machen und hoffen ebenfalls, dass sich uns in Zukunft mehr Menschen  mit einem Herz für Tiere anschließen.

Tierschutz und Tierhilfe im Kreis Altenkirchen/Westerwald